Wie erfolgt eine sinnvolle Aktienauswahl?

Wer sich beispielsweise ein neues Auto kaufen möchte, wird zunächst Prospekte, Testberichte etc. studieren und vielleicht eine Probefahrt durchführen. So ähnlich sollte man auch Aktien auswählen. Im Rahmen einer Fundamentalanalyse wird die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung eingesehen, Unternehmensmeldungen werden gelesen und ggf. Unternehmensanalysen studiert. Das ist aber oft sehr kompliziert und für den Laien schwer verständlich. Man sollte daher auf seinen Berater bei der Sparkasse zurückgreifen, der Einschätzungen von Analysten bereithält und dem Kunden zur Verfügung stellt.

Eine viel beachtete Kennzahl aus der Fundamentalanalyse ist das KGV:

Der Anleger wird bei seiner Auswahl darauf achten, dass die betreffende Aktie nicht zu hoch bewertet ist. Bei dem sog. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird der aktuelle Börsenkurs durch den geschätzten Gewinn je Aktie dividiert.

Beispiel: Der Kurs einer Aktie liegt bei 120 EUR, der Gewinn für das lfd. Geschäftsjahr wird mit 12 EUR geschätzt. Daraus errechnet sich ein KGV von 10 (120:12). Da nach aktueller Berechnung der Deka das Durchschnitts-KGV aller DAX-Unternehmen bei 11,6 liegt, sind Werte darunter als günstig bewertet zu betrachten. Liegt das KGV einer Aktie dagegen deutlich über dem Durchschnitt, müssen schon ganz besondere Gründe für einen Kauf vorliegen.

Eine weitere Kennzahl ist die Dividendenrendite:

Anleger, die Wert auf eine regelmäßige Ausschüttung legen, achten besonders auf eine kontinuierliche Ausschüttungspolitik der AG. Denn wenn solche Gesellschaften dauerhaft Dividenden ausschütten können, sollten sie auch längerfristig Gewinne erwirtschaften.

Beispiel Daimler:

Für das Geschäftsjahr (GJ) 2012 wurde eine Dividende von 2,20 EUR ausgeschüttet. Für das GJ 2013 erwartet der Analyst der Nord LB 2,00 EUR, für 2014 2,20 EUR. Die leichte Delle in 2013 ist der Konjunkturabschwächung geschuldet, die in diesem Jahr wieder ausgebügelt sein sollte. Bei der Dividendenrendite wird die Höhe der Ausschüttung ins Verhältnis zum Börsenkurs gesetzt. Bei einem Daimler-Kurs von 53,30 EUR liegt die für das GJ 2013 erwartete Dividendenrendite bei 3,8% (2,00 EUR x 100 / 53,30 EUR).

Zwar erfolgt am Tag der Ausschüttung auch ein Abschlag vom Börsenkurs. Man spricht dann von einem Kurs "ex Dividende". Doch langfristig orientierte Anleger setzen darauf, dass dieser Dividendenabschlag im Laufe der Zeit wieder aufgeholt wird.

Ein weiterer Unterschied zu festverzinslichen Wertpapieren ist der Umstand, dass die Dividendenhöhe jährlich schwanken oder sogar ganz ausfallen kann. Daher sollte auf eine stabile Ausschüttungspolitik geachtet werden, die darauf schließen lässt, das die AG solide wirtschaftet und ihre Aktionäre nicht enttäuschen sollte.

Technische Analyse:

Neben der Fundamentalanalyse kann bei der Aktienauswahl auch die technische Analyse hilfreich sein. Hierbei werden die Kurse einer bestimmten Zeitreihe verglichen und beispielsweise in einem Diagramm aus Wert- und Zeitachse zusammengetragen. Das gilt sowohl für Einzelwerte als auch für Märkte (z.B. die 30 größten börsennotierte Aktiengesellschaften Deutschlands werden im sogenannten DAX zusammengefasst). Mit diesem so erstellten Chart können diverse Analysen vorgenommen werden, etwa Trendanalysen, Unterstützungen und Widerstände, Analyse gleitender Durchschnitte, Betrachtung diverser Indikatoren, Trendwende- und -bestätigungsformationen.

Bei diesem Chart handelt es sich um den Deutschen Aktienindex DAX mit einem Zeithorizont von 10 Jahren. Quelle: www.sbroker.de/sbl/mdaten_analyse/chartanalyse

 Die eingezeichnete horizontale Linie stellt einen Widerstand dar, der sich aus den höchsten Indexständen des Jahres 2007 ableitet und mehrere Jahre nicht überwunden werden konnte. Erst in diesem Jahr hat es der DAX geschafft, nach oben "auszubrechen". Aus Sicht der technischen Analyse handelt es sich dabei um ein Kaufsignal.

Weitere positive Argumente aus Sicht der technischen Analyse:

Doch wie kann man sich solche Charts anzeigen lassen? Über das Internet gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten. Wir empfehlen unseren "S Investor", der über unsere Homepage gestartet werden kann. Übrigens stellt diese Informationsplattform alles rund um die Börse zur Verfügung: Kursabfragen, Unternehmensporträts, Nachrichten etc. Für interessierte Börsianer lohnt es sich, hier mal reinzuschauen.

zum S Investor

Indices

Im S Investor findet man natürlich auch neben Einzelwerten die sogenannten Indices. Dabei handelt es sich um die Bündelung mehrerer Einzelwerte, die in einen Index einfließen und berechnet werden.

Der bekannteste deutsche Aktien-Index ist der DAX. Er beinhaltet - wie oben schon erwähnt - die 30 größten börsennotierten Wirtschaftsunternehmen Deutschlands. Während im MDAX die nächsten 50 mittelgroßen börsennotierten Unternehmen (Mid Caps) und im SDAX die nächsten 50 kleineren, börsennotierten Unternehmen (Small Caps) enthalten sind, werden im TecDAX 30 Technologiewerte zusammengefasst.

Hier ein Auszug aus Indices, bei denen durch Anklicken Kurslisten mit den jeweiligen Einzelwerten angezeigt werden können:

Quelle: http://goo.gl/rD5NiD

Indices bilden die jeweiligen Durchschnittswerte ab, sagen jedoch nichts über die Entwicklung von Einzelwerten aus. So kann es Börsentage geben, an denen der DAX 1,5% im Plus notiert, ein einzelner DAX-Wert jedoch 2,5% im Minus liegt.

Mit den o.g. Kurslisten kann u.a. auch festgestellt werden, wie sich Einzelwerte auf Sicht von 1, 3 oder 12 Monaten im Vergleich zum Index entwickelt haben.

So hat beispielsweise der DAX im Zeitraum Dezember 2012 bis Dezember 2013 ein Plus von 21,0% (Stand 10.12.2013) aufzuweisen, während der Reifenhersteller Continental mit +78,1% den absoluten Spitzenreiter und das Kasseler Unternehmen K+S mit -40,5% das Schlusslicht darstellt.

Anleger, die solche Indices in ihrem Depot nachbilden wollen, können in entsprechende Index-Zertifikate investieren. Dadurch verteilt man das Risiko, das Einzeltitel bergen, auf alle Einzelwerte des ausgewählten Index.

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