Kuratorium

Für behinderte Menschen

„Sie haben unseren Respekt und unsere Unterstützung, weil Sie nicht nur reden, sondern sich für andere engagieren. Wenn wir Ihnen helfen, wissen wir, dass Sie unsere Hilfe an Menschen mit Behinderungen oder in Not geratene alte Menschen weitergeben.“ Das sind die Worte des Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse, Ingo Buchholz, anlässlich der schon zur Tradition gewordenen Spendenübergabe aus den Erträgen des PS-Los-Sparens.

Doch wer ist der so hoch Geschätzte? Demjenigen, der sich auch nur etwas mit der sozialen und karitativen Landkarte der Region Kassel auskennt, fällt die Antwort nicht schwer. Der Dank gilt dem Kuratorium Aktion für behinderte Menschen (Afb) Region Kassel e.V.

Die Wurzeln des Afb gehen bis weit in die Siebzigerjahre zurück. Sie sind, und das mag vielleicht überraschen oder auch nur eine notwendige Reaktion auf die Hilfebedürftigkeit nun alt gewordener Soldaten des 2. Weltkrieges sein, eng mit der Initiative hochrangiger lokaler Offiziere der Bundeswehr verzahnt. Zuerst werden Großprojekt - Beteiligung an der Versehrten-Sportanlage Fuldaaue oder Beschaffung eines Spezialfahrzeuges für den Behindertenfahrdienst der Stadt Kassel - realisiert. Parallel dazu wurden die Aktionen in anderen Bereichen massiv und als kontinuierlich wiederkehrende Hilfeleistung ausgebaut. Soldaten spendeten Blut, organisierten große Weihnachtsfeiern oder stellten die Kostenübernahme von Ferienaufenthalten für Familien mit behinderten Angehörigen sicher.

Heute hat sich die Bundeswehr als Träger und Hauptspender des Kuratoriums längst verabschiedet. Und auch das Hilfeprofil hat sich gewandelt. Zu einer tragenden Säule sind dabei nicht finanzielle, eher beratende oder unterstützende Tätigkeiten geworden. Das Kuratorium vermittelt zwischen Ämtern und Betroffenen, bei deren Konflikten mit Vermietern oder Krankenkassen. Es weist einen Weg durch den Bürokratiedschungel, hilft Unterlagen zu sortieren und ist behilflich beim Ausfüllen von Anträgen. Kurz: Das Kuratorium ist der verlässliche Partner beim ersten Schritt aus der persönlichen Überforderung. So tritt es auf dieser nicht fiskalen Ebene aktiv ein für die Interessen von Menschen mit Behinderung, deren gesellschaftliche Akzeptanz und den Abbau von Vorurteilen. 

Nicht minder wichtig, und die zweite tragende Säule, sind, wie sollte es anders sein, die finanziellen Hilfsmaßnahmen des Kuratoriums. Deren Gewährung erfolgt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den öffentlichen Trägern der Sozialhilfe und den einschlägigen Verbänden, Vereinen und Organisationen. Natürlich kann kein Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Afb bestehen, doch die beachtliche Summe von 7 Millionen Euro eingeworbener und ausgeschütteter Gelder für ausschließlich regionale Projekte ist ein eindrucksvoller Beweis für die Leistungsfähigkeit des Kuratoriums, das leidenschaftliche Engagement seiner Mitarbeiter und letztlich für die Spendenbereitschaft der Region, ihrer Haushalte und Wirtschaftsakteure.  

So erfahren beispielsweise Selbsthilfegruppen für behinderte Menschen, beschützende Werkstätten, Schulen oder ähnliche Einrichtungen und auch zahlreiche gemeinnützige Vereine eine projektorientierte Unterstützung durch die akquirierten Spendenmittel. 

Wie gut der Zweckertrag des PS-Los-Sparens angelegt ist, zeigen stellvertretend zwei Projekte aus der jüngsten Vergangenheit, die das Kuratorium mit den Spenden der Kasseler Sparkasse unterstützt hat:

  • Riesenluftkissen für die Alexander-Schmorell-Schule: Das Luftkissen, eine sogenannte Airtramp, mit einer Grundfläche von 49 Quadratmetern dient als Sportgerät und Therapiemittel der körperbehinderten und motorisch eingeschränkten Schüler. Es verbessert das Körperempfinden und schult das Gleichgewicht. 

  • Sinnesgarten auf dem Gelände der Kasseler Werkstatt: Der Sinnesgarten der Kasseler Werkstatt, eines sozialen Dienstleistungsunternehmens, das Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung den individuellen Fähigkeiten und dem Leistungsvermögen entsprechend in den Arbeitsmarkt integriert, bietet den Mitarbeitern eine Auszeit vom Alltag. Auf einer rollstuhlgerechten Fläche von 3000 Quadratmetern wird der Besucher inspiriert, die eigenen Sinne durch Farb- und Formenspiele der Natur, Klangkörper, Gerüche, einen Tast- und Wassergraben und einem damit einhergehenden bewussten Entspannen zu aktivieren. Eine solche Erlebnisreise soll die sensitive Wahrnehmung schärfen, zum Träumen anregen und nicht zuletzt positiv auf die seelische Balance einwirken.

Und wer sich einmal die Mühe macht, auf den Internetseiten des Kuratoriums Aktion für behinderte Menschen eine Zusammenstellung der geförderten Projekte einzusehen, der wird verstehen, warum sich bei den Kunden der Kasseler Sparkasse das PS-Los-Sparen so großer Beliebtheit erfreut. Ganz unabhängig davon, ob wann selbst einen der Hauptpreise gewonnen hat oder nicht. Denn Gewinner sind auf jeden Fall diejenigen, die sonst vom Leben nicht so begünstigt wurden.

Kontakt

Kuratorium Aktion für behinderte Menschen Region Kassel e.V.
- Geschäftsstelle -
Breslauer Straße 62
34123 Kassel

Tel.: 0561.87 52 22
kuratorium@abm-kassel.de
www.abm-kassel.de