Schülerforschungszentrum

Nordhessen

Jung, wissbegierig, dynamisch, teamfähig, Spaß am Experimentieren und ein erwachendes Interesse an den MINT-Fächern – das sind die Charakteristika, die die Nachwuchsforscher am SFN treffend beschreiben.

MINT ist ein Initialwort, das aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gebildet wird. SFN steht für Schülerforschungszentrum Nordhessen und trägt sein Programm bereits im Namen. Schüler der Klassen 5 bis 13 aus der Region bearbeiten in kleinen Teams mit Gleichgesinnten sie interessierende Fragen und Probleme der Naturwissenschaften. Eigene Experimente und Projekte mit den Schwerpunkten in Physik, Astrophysik, Geophysik, Chemie, Biologie und Technik, aber auch Informatik und Mathematik, werden unter der wissenschaftlichen Betreuung von Fachberatern und universitären Mitarbeitern aktuell und praxisorientiert durchgeführt. 

Dass das SFN somit weit mehr ist als ein nachmittäglicher Zeitvertrag, zeigt ein Blick auf die renommierte Trägerschaft – Stadt und Landkreis Kassel, hessisches Kultusministerium, Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Universität Kassel – und natürlich auch auf die technisch-wissenschaftliche Infrastruktur: Eine gut ausgerüstete Werkstatt, spezielle Labore für Biologie, Chemie und Lichtuntersuchungen, ein Elektronenmikroskop und eine eigene bestens ausgerüstete Sternwarte stehen den jungen Forschern zur Bearbeitung von vielen Hundert Projektideen zur Verfügung. Ein paar Beispiele gefällig? Eislawinen auf dem Saturnmond Japetus untersuchen, Solarzellen für die Atacamawüste entwickeln, Farbstoffe der Pharaonen  analysieren oder die Biodiversität in Wäldern bestimmen. Wer hier nicht fündig wird, der kann selbstverständlich auch eigene Ideen und Fragestellungen bearbeiten. Und besonders dieser letzte Aspekt, die Eigenständigkeit, ist nach Ansicht des Leiters des SFN, Studiendirektor Klaus-Peter Haupt, von zentraler Bedeutung. Kinder entwickeln sehr häufig zu Hause oder in der Schule anspruchsvolle Fragestellungen zu naturwissenschaftlichen Problemen oder Phänomenen. Blieben diese, wie leider viel zu oft, unbeantwortet, läuft man Gefahr, gerade erwachende individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten brachliegen zu lassen. 

Das SFN wird unter diesem Aspekt zu einer Anlaufstelle der eingangs beschriebenen jungen, wissbegierigen und dynamischen Nachwuchsforscher – und zu einer Schmiede künftiger qualifizierter Wissenschaftler in den MINT-Fächern, die dazu beitragen, den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten. 

Das alles kostet natürlich Geld, viel Geld und wäre ohne die zahlreichen Sponsoren aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus Bildung und Kultur nicht ableistbar. Da ist es naheliegend, dass auch die Kassler Sparkasse als regional führendes und am Gemeinwohl orientiertes Kreditinstitut das SFN durch Spenden unterstützt und somit ihren Anteil zum Fortbestehen dieser wichtigen Institution beiträgt. 

In jüngster Zeit äußerst spektakulär und hohe Wellen in den Medien schlagend war dabei das aus dem PS-Los-Zweckertrag geförderte Projekt „Riesenameise“ von drei angehenden Abiturienten der Kasseler Max-Eyth-Schule. Dabei handelt es sich, wie könnte es anders sein, um einen sechsbeinigen Roboter. Das mit Kamera und Infrarotsensoren bewehrte Maschinenwesen ist fast genauso beweglich wie sein Vorbild aus dem Tierreich. Es kann spielend Hindernisse überwinden, sich um die eigene Achse drehen, verschiedene Bodenbeschaffenheiten erkennen und behält selbstständig, also ohne Fernbedienung, in schwierigem Terrain die Orientierung. Selbst den Verlust eines Beines kompensiert der Roboter. Er läuft einfach auf fünf Beinen weiter. Auch über mögliche Einsatzgebiete der Riesenameise haben sich die Nachwuchsforscher schon Gedanken gemacht. So könne sie beispielsweise überall dort zum Einsatz kommen, wo es für Menschen zu eng oder zu gefährlich wäre, etwa in einsturzgefährdeten Häusern nach Verschütteten suchen. 

So viel Kreativität und Praxisnähe fanden ihren verdienten Lohn. Die Max-Eyth-Schüler räumten bei mehreren Veranstaltungen, darunter mit „Jugend forscht“ der größte europäische Jugendwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und Technik, zahlreiche Preise ab – und setzten damit einen weiteren Mosaikstein in der kontinuierlichen und erfolgreichen Arbeit des SFN: „Beim Wettbewerb Jugend forscht haben wir seit 2004 15 Landessiege und weitere 18 Platzierungen, zumeist zweite Plätze, erhalten. Und viermal stellte das SFN sogar die Bundessieger“, erklärt Klaus-Peter Haupt stolz. 

Wenn alle, Träger, Sponsoren, Universität, Schulen und Schüler, auch künftig an einem Strang ziehen, werden er und sein SFN diese Liste noch gewaltig erweitern.

(N. Z.)

Kontakt

Klaus-Peter Haupt
Studiendirektor und Leiter des Schülerforschungszentrums Nordhessen
Parkstr. 16
34119 Kassel

Tel.: 0561.76644971
kphaupt@sfn-kassel.de
www.sfn-kassel.de